Grundlagentexte Kulturphilosophie : Benjamin, Blumenberg, Cassirer, Foucault, Lévi-Strauss, Simmel, Valéry u.a.

By Ralf Konersmann

Hauptbeschreibung
Das Interesse an kulturphilosophischen Fragen ist in den letzten Jahren deutlich gewachsen. Der Reiz dieser Fragen ergibt sich daraus, daß sie brisante wissenschaftssystematische und politische Sachverhalte aufgreifen und mit der Kultur ein lange Zeit verkanntes Problemfeld erschließen: Wie entsteht Kultur? Wie und mit welchen Mitteln realisiert sie ihre Zwecke? was once sind ihre Bindekräfte? Wie verändert sie sich? Wie steht es um die Gesetze und Regelmäßigkeiten des kulturellen Feldes? Von welchen Ordnungen wird es bestimmt und getragen? used to be sind kulturelle Tatsachen - und wie unterscheiden sie sich von anderen Formen von Faktizität? Wie steht es um das Verhältnis von Kulturphilosophie und Kulturwissenschaften? Wie interagieren Kulturen, die einander fremd sind?

Der Band führt in die Sachfragen ein, indem er Schlüsseltexte der älteren und neueren Kulturphilosophie präsentiert. Neben Klassikern wie Seneca und Rousseau kommen u. a. Georg Simmel, Ernst Cassirer, Hans Blumenberg und Michel Fou cault zu Wort.

Damit ist diese Zusammenstellung insbesondere auch für Seminarzwecke im Rahmen der Bachelor- und Masterstudiengänge geeignet. In der Einführung werden die geschichtlichen Hintergründe aufgezeigt, die Anfang des 20. Jahrhunderts zur Einführung der Kulturphilosophie und ihrer aktuellen Wiederaufnahme geführt haben.

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Exemplarisch gipfelt die ethical des Platonischen Höhlengleichnisses in der Einsicht, daß die Sucher der Wahrheit sich losreißen und, wie die sprechende Verbalmetapher sagt, »sich umwenden« müßten, daß sie additionally »nicht Lust haben, menschliche Dinge zu betreiben, sondern ihre Seelen immer nach dem Aufenthalt oben trachten«. eight Die Autorität dieses Weltmodells der strengen Kongruenz von ordo rerum und ordo idearum wird eindrucksvoll bestätigt durch den Sachverhalt, daß auch die neuzeitliche Autonomisierung der Menschen- und Diesseitswelt, daß additionally auch idealismuskritische Denkrichtungen wie der Sensualismus oder der Empirismus begriffliche Justierungen und Nachbesserungen am einmal eingeführten Denkmodell nicht zu fordern schienen. Selbst diejenigen, die dann im 19. Jahrhundert den Idealismus »umkehren« wollten und sich zum Materialismus bekannten, haben an der einmal eingeführten Wertbesetzung und ihrem Modell grundsätzlich festgehalten. Auch sie wollten das wahre Wesen der Dinge gegen die Positivität der Erscheinungen in Stellung bringen und übergingen die Phänomenwelt der Kultur. eight Platon, Politeia, 517c. Kultur der philosophie und kulturphilosophie | 15 Bis heute gründet die Rationalität solcher Darstellungen in der Annahme, daß die Kulturwelt sich in angemessener Beleuchtung als Ausdruck einer einzigen, fundamentalen Realität erweisen und auf dieser foundation ihre erschöpfende Erklärung finden werde: auf der foundation der Evolution, der Libido, der Ökonomie. In dieser Weise als Überbau trivialisiert, scheint sich an der Kultur wiederholen zu wollen, was once einst schon der faith widerfahren battle: die Reduktion auf ein ihr Äußerliches, das als ihr wahrer Grund zu verstehen und aus dem deshalb ihre theoretische Begründung zu gewinnen sei. Kurz gesagt, und um den generellen Vorbehalt all dieser metaphysischen und kryptometaphysischen Konzepte mit einem Wort zu umfassen: Um das Wesen gewinnen zu können, muß es von den Kontingenzen der empirischen Weltexistenz ablösbar sein. Solche Vorbehalte zeigen, daß es keineswegs selbstverständlich ist, der Kultur und ihrem Fragenkreis philosophisch zu begegnen. Der philosophischen Konvention entspricht es vielmehr, das challenge der Kultur zu subordinieren, es zu marginalisieren und zu trivialisieren. Die culture des westlichen Denkens neigt zur Selbstabgrenzung des Wissens und der Werte von dem als tief problematisch desavouierten Bedingungsgefüge der Kultur. In der Erläuterung Hegels, daß »die philosophische Betrachtung« letztlich »keine andere Absicht« habe, »als das Zufällige zu entfernen«,9 findet dieses klassische Motiv der Selbsterrettung aus der Kontingenz seine exemplarische Formulierung. In der Verbindlichkeit dieser Einstellung und ihrer epochenübergreifenden Konventionalisierung liegt begründet, daß der Versuch einer Rehabilitierung der Kultur einer Revision des philosophischen Selbstverständnisses gleichkommt. Und eben daraus ergibt sich die Ausgangsintuition der Kulturphilosophie. Sie besagt, daß die von der klassischen Metaphysik forcierte Trennung von Wesen und Weltexistenz, daß additionally die Konvention des Hinausfragens über den Horizont des Humanen die Phänomenwelt der Kultur verfehlen muß.

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